Aus der Ferne aufklären und operieren:

Der Weltraum als Wirkungsstätte der Dienste

Die Fähigkeiten moderner Dienste wären nicht möglich ohne Aktivitäten im Weltall. Was früher Spionage über einzelne Satelliten war, ist heute ein globales Netzwerk aus Sensoren und Kommunikationssystemen im All. Gute wie böse Mächte sehen dort nicht nur mehr, sie verstehen auch schneller. Für den militärischen Bereich wird der Orbit zur entscheidenden Infrastruktur moderner Kriegsführung. Aber nicht nur die Beobachtung auch die Auswertung wird zum entscheidenden Überlegenheitsfaktor. KI und Fernerkundungssoftware werten tausende Bilder automatisiert aus und erkennen Muster. Zusätzlich herrscht ein Wettkampf um die besten Plätze im Weltall. Beinahe 15.000 Satelliten befinden sich derzeit in der Erdumlaufbahn. Gesichert gilt: sofern sich die Kräfteverhältnisse auf der Erde neu ordnen, desto stärker steigt auch das Risiko von Konfrontationen im All. Das heißt für die deutsche Sicherheit, das Weltall stärker in den Fokus zu rücken und die Fähigkeiten der Dienste auch dort aufzurüsten.

Gleichzeitig beackert die Bundesregierung aktuell die vorherrschenden Strukturen und rechtlichen Rahmenbedingungen der deutschen Nachrichtendienste. Lange wurden diese Änderungen in Sicherheitskreisen ersehnt. Immer wieder kritisierten sowohl Verfassungsschützer als auch Polizeien eine beschwerliche Zusammenarbeit.

Nun soll zumindest der Bundesnachrichtendienst (BND) vor der größten Reform seiner Geschichte stehen. So sieht der Entwurf des neuen BND-Gesetzes aus dem Kanzleramt vor, dass der Dienst künftig auch operativ tätig werden kann. Der BND soll besser gegen die gestiegenen Bedrohungen gewappnet und unabhängiger von den USA werden. Zudem soll er einen „effektiven und effizienten Datenaustausch zwischen den Nachrichtendiensten und anderen Behörden“ ermöglichen. Außerdem möchte die Regierung die Kontrollen nach Maßgaben des Bundesverfassungsgerichts überarbeiten – auch durch den Deutschen Bundestag.

Neben dem BND darf sich auch das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) über eine Novellierung des Bundesverfassungsschutzgesetzes freuen. Laut Sinan Selen, Präsident des BfV, sollen die Änderungen der Behörde „die notwendigen Befugnisse geben, um als moderner Abwehrdienst systematisch wirksam tätig zu werden“.

All dies zeigt den klaren Fokus der Bundesregierung: mehr Befugnisse und eine modernere Sicherheitsarchitektur.

Und letztlich muss hier auch die Parlamentarische Kontrolle nachziehen, wenn es so weit ist – genug Gesprächsstoff für die anstehende Nachrichtendienstkonferenz.

Seien Sie dabei!

Reconnaissance and operations from a distance:

Space as the theatre of operations for the services

The capabilities of modern services would not be possible without activities in space. What used to be espionage carried out via individual satellites is now a global network of sensors and communication systems in space. Both benevolent and malevolent powers not only see more there but also understand things more quickly. In the military sphere, orbit is becoming the crucial infrastructure of modern warfare. But it is not just observation; analysis, too, is becoming a decisive factor in achieving superiority. AI and remote sensing software automatically analyse thousands of images and identify patterns. Furthermore, there is fierce competition for the best positions in space. Nearly 15,000 satellites are currently in Earth’s orbit. One thing is certain: the more the balance of power on Earth shifts, the greater the risk of confrontations in space becomes. For German security, this means placing greater emphasis on space and upgrading the capabilities of the intelligence services there as well.

At the same time, the Federal Government is currently reviewing the prevailing structures and legal framework of the German intelligence services. These changes have long been eagerly awaited in security circles. Time and again, both the Office for the Protection of the Constitution (BfV) and the police have criticised the cumbersome nature of their cooperation.

Now, at least the Federal Intelligence Service (BND) is set to undergo the biggest reform in its history. The draft of the new BND Act from the Chancellor’s provides that the service will also be able to carry out operational activities in the future. The BND is to be better equipped to deal with the increased threats and become more independent of the US. It is also intended to facilitate “effective and efficient data exchange between the intelligence services and other authorities”. Furthermore, the government wishes to revise the safeguards in accordance with the requirements of the Federal Constitutional
Court – including through the German Bundestag.

Alongside the BND, the BfV can also look forward to an amendment to the Federal Act on the Protection of the Constitution. According to Sinan Selen, President of the BfV, the changes are intended to give the agency “the necessary powers to operate systematically and effectively as a modern defence service”.

All this demonstrates the federal government’s clear focus: greater powers and a more modern security architecture.

And ultimately, parliamentary oversight must also keep pace when the time comes – plenty to discuss at the upcoming Intelligence Services Conference.

Be there!